Iran Cruise 2019



Reisevorbereitung und Anreise


Reisevorbereitung

Noch 3 Monate

Na dann wollen wir mal mit der Reisevorbereitung starten. Fangen wir mal mit Einreisebestimmungen an. Ein Visum muss beantragt werden. Geht Elektronisch im Internet. Alles genau beschrieben. Passbild und Scan vom Reisepass notwendig. Also Passbild Spezial ohne Brille und gleich auf Speicherkarte im Fotoshop meines Vertrauens anfertigen lassen. Reisepass Gültig. Ist zwar fast voll, aber ohne „kritische“ Stempel. Erledigt.

Noch 6 Wochen

Dann gehen wir mal auf die Webseite des „Außenministerium der Islamischen Republik Iran“. Alles in fehlerfreiem Deutsch und wirklich gut Designed. Bilder hochladen. Konsulat für die Abholung (Hamburg) auswählen. 50 Minuten später das „ok“ aus Teheran. Nach einer Wartezeit von 10 Tagen kann das Visum im Konsulat in Hamburg abgeholt werden. Öffnungszeiten im Internet prüfen. Kleiner Kurzurlaub in Hamburg mit Besuch im Miniaturwunderland und im Iranischen Konsulat und alles ist Gut.

Abholtag. Donnerstag. Ab in die Hochbahn. Kurzer Weg zum Konsulat. ..... DIE KATASTROPHE. Gestern geschlossen wegen Feiertag. Heute geschlossen wegen Feiertag. Morgen geschlossen wegen Feiertag. Vergeblich 300 km gefahren. Ich habe einige der höchsten Feiertage erwischt. „Nawruz“ (Iranisches Neujahr) und den „68. Jahrestag der Verstaatlichung der Iranischen Ölindustrie“. Na toll. ...

Bild (c) 2019 Peter Martin
Geschlossen

Dann Plan B ... Weiter an die Nordsee und am Montag morgen hier wieder pünktlich auf der Matte stehen. Montag, 9:30 Uhr. Wartemarke ziehen und setzen. Nach kurzer Zeit werde ich von einer Konsulatsangestellten aufgerufen. Kein freundliches Guten Tag. Kein Blickkontakt. Ist ja auch Montag morgen :-) ... „Oh, bedaure, Visumtage sind Dienstag und Donnerstag. Da müssen Sie nochmal wiederkommen. Und dann können Sie Visum und Pass nach ein paar Tagen abholen.“ „Aber ich bin extra 300 km gefahren.“ „Dann machen wir eine Ausnahme. Expressgebühr zusätzlich plus 25,00 Euro und Sie können das Visum direkt mitnehmen.“ Bezahlt. 75,00 Euro für Visum und Expressgebühr. Gewartet. Fünf Minuten später hatte ich das Visum in der Hand. Na Gut.

Der Rest ist in den nächsten Wochen schnell erledigt. Impfungen prüfen. Kameras durchchecken. Webseite vorbereiten. Packliste erstellen. Wetter gucken ... Oh Nein. Schwere Überschwemmungen im Südwesten des Iran mit Toten. Dort wollen wir durchfahren (Kurz vor der Abreise die Entwarnung durch den Veranstalter). Günter „Günni“ hält uns mit Mails und später mit seinem Blog auf dem Laufenden. Er ist mit so einem bunten „Ding“ vorausgefahren. Insgesamt 5.000 km über Balkan und Türkei. Mit dem „Ding“ will er uns begleiten. Bei der Einreise in den Iran sind sich Zöllner, Oberzöllner, Hauptzöllner und deren Vorgesetzte nicht ganz einig, ob das „Ding“ Bus, LKW oder Camper ist. Auf jeden Fall braucht er iranische Nummernschilder. Und alle sind sich einig, das die Prozedur lange dauert und teuer wird. Um es kurz zu machen: Vier Tage bis zum Erhalt der Nummernschilder und ein paar Hundert Euro weniger in der Kasse.

Anreise

Entspannt ab „Paderborn International Airport“. Umsteigen in Frankfurt und ein Abschiedsbier. Ankunft in Istanbul Ataturk (dem Neuen Flughafen). Riesengroß. Das Flugzeug fährt fast 15 Minuten spazieren. Im Terminal hohes Aufkommen von Vollverschleierten. Istanbul scheint sich wohl als neues Drehkreuz für die arabische Welt etablieren zu wollen. Ich treffe auf den Ersten mit Helm als Handgepäck. Parole „Günni“ ... Ja ... ein Mitreisender. Und noch ein paar weitere kommen im Wartebereich hinzu. Auffällig: Kein einziges Kopftuch. Hübsche junge Frauen, Familien mit Kindern, einige Anzugträger und einige „Helmträger“ der typischen Motorradfahrenden Generation 60+. Es geht pünktlich weiter. Nochmal 3 Stunden Flug und insgesamt 2,5 Stunden Zeitverschiebung.

Bild (c) 2019 Peter Martin
Flug Istanbul (TR) - Isfahan (IR)

Ankunft geplant um 3:00 Uhr Morgens. Jetzt kommt die Pflichtübung für die Frauen: sie holen ihre leichten Kopftücher heraus, die locker auf das Haar gelegt werden ... und es scheint, als träge es jede einzelne es mit Verachtung. Jetzt nur noch Reisetasche finden, Einreiseprozedur und Zoll, Abholer suchen, Hoteltransfer. Und zusätzlich bin ich jetzt auch noch ein „Verdammter“ für die Amerikaner: Verstoß gegen die Iran Sanktionen. Keine Einreise mehr mit dem erleichterten ESTA Verfahren. Und das schlimmste: Absolutes Alkoholverbot = Kein Einschlafbier. Bin ziemlich müde ... war ein langer Tag.

Nachtrag: Alles Gut. Schnelle Einreise. Mein Gepäck ist auch da. Bei zwei von den vierzehn Reisenden ist das Gepäck wahrscheinlich in Istanbul hängen geblieben. „Günni“ erzählt noch, das die Spritpreise gestern um Mitternacht ohne Vorankündigung verachtfacht wurden. Man hat zwar Öl, aber keine Raffinerien. In Frankreich hätte man schon die gelben Westen an. Aber die Iraner lassen sind da wohl etwas mehr leidensfähiger.


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© 2019 Peter Martin | Paderborn | Germany