Iran Cruise 2019



Isfahan


2. Tag: Isfahan

Ankunft am Donnerstag um 5:00 Uhr am Morgen. Kurzschlafen. Nach dem Frühstück mit Fladenbrot, Tomate, Gurke, Feta und Tee ging es auf Besichtigungstour in die Stadt. Es ist (islamisches) Wochenende, angenehme Temperaturen und das ganze Leben spielt sich draussen und in den Parks ab. wir gehen durch den "Hasht Behesht" Park. Jedes schattige Plätzchen ist mit Teppichen ausgelegt und die Familien machen Picknick. Alles sieht sehr freundlich und entspannt aus. Fotografieren ist kein Problem, alle winken freundlich. Überall werden wir als Gruppe angesprochen. Man fragt, woher wir kommen, ob es uns gefällt, wohin wir noch wollen. Viele sprechen Englisch, einige sogar ein paar Worte Deutsch. Jeder wünscht uns alles Gute.

Wir gehen zum "Meydan-e Imam Platz", mit 560 x 160 Metern einer der größten Stadtplätze der Welt. Zentral ein großes Wasserbecken, viel Grün, Blumen und Sträucher. Am Platz liegen die "Lotfollah Moschee" und die "Imam Moschee" und der Königspalast "Ali Qapu". Es sind einige Touristen unterwegs, denn die Anlage und die Moscheen sind UNESCO Welterbe. In den Bogengängen rund um den Platz liegt der große Basar mir seinen Geschäften, in denen Schmuck, Stoffe, Tücher, Kupferschmiedearbeiten, Süßigkeiten und vieles mehr verkauft werden. Ich deute auf die Kamera und werde von den Handwerkern hereingebeten. Man ist stolz, das alte Handwerk zu zeigen und lässt sich dabei gerne fotografieren. Niemand versucht, mir etwas aufzudrängen oder zu verkaufen.

Bild (c) 2019 Peter Martin
"Meydan-e Imam Platz / Isfahan"


Die Klischees, die mir auf den Weg mitgegeben wurden, haben sich nicht bestätigt. Keine Frau läuft tief verschleiert rum, nur die Älteren tragen den konservativen Hidschab. Ansonsten kein Grau, keine Feindseligkeit gegenüber westlichen Besuchern, keine Präsenz von Polizei oder Militär, keine Religionspolizei, keine bärtigen Mullahs (der einzige saß in der Moschee zum Gespräch). Stattdessen Lebensfreude, hübsch gekleidete junge Frauen, die das Kopftuch als Schmuck tragen und die Haare bis zur Grenze des erlaubten und toleriertem zeigen. Und dazu kommt noch ein hohes Sicherheitsgefühl.

Wir machen Kaffeepause in einem Innenhof. Unsere Einheimische Reiseleiterin Negin hat für uns Geld getauscht. Jetzt geht das Rechnen los: 1 Euro werden in 150.000 Rial getauscht. in den Geschäften wird es aber kompliziert. Preise sind in der Regel nicht ausgezeichnet. Der Händler tippt die zu zahlende Summe in persischen Ziffern in das Smartphone oder den Taschenrechner und zeigt sie in arabischen (also bei uns üblichen Ziffern). Dabein lässt er aber eine Null weg. Diese nicht vorhandene Währung wird als "Toman" bezeichnet, also "Rial" ohne die letzte Null. Beispiel: Eine Flasche Wasser kostet 20.000 Rial. Der Händler tippt 2.000 (Toman) ein. Ich bezahle damit umgerechnet 0,14 Euro für das Wasser. Rechenaufgabe für Morgen: Ein Liter Benzin kostet (nach der zurückgenommenen Preiserhöhung) 1.000 Toman. Wieviel ist das in Euro?



3. Tag | Fahrtag : Isfahan nach Schiraz


Bild (c) 2019 Peter Martin
Streckenverlauf "Iran Cruise"


Heute Starten wir mit unseren Motorrädern der Marke "Benelli" (Ehemals Italienisch, Heute in chinesischer Hand). 2 Zylinder 4-Takt. 250 ccm. Leistung 25 PS. Höchstgeschwindigkeit ca. 140 km/h. Eher gebaut für Menschen mit kleiner Körpergröße. Mehr als 250 ccm dürfen im Iran nicht gefahren werden.

Bild (c) 2019 Peter Martin
Benelli TNT 249

Die Fahrt geht über die Autobahn, später in die Berge. Im Hintergrund sieht man schneebedeckte Berge. Wir fahren teilweise durch Ziegen- und Schafherden. Staubige Wüste ud grüne Felder wechseln sich ab. Kleinbauern bearbeiten die vielen Reisfelder. Wir fahren an winzigen Häusern vorbei. Vier Ecken, vier Betonpfeiler, vier Wände, eine Fenster, eine Türöffnung - manchmal auch mit Tür oder in der Sparversion mit Vorhang oder Teppich. Überall sind wir mit unserer Gruppe die Sensation und das Highlight des Tages. Wir werden ständig gefilmt. Manchmal fährt ein Auto bis auf zwanzig Zentimeter heran und fragt nach Woher und Wohin. Die Dorfjugend zwischen 8 bis 18 Jahre überholt uns mit den frisierten Moppeds. Teilweise mit 100 km/h, ohne Helm oder sonstige Schutzkleidung. Eine Hand am Lenker, die zweite fürs Smartphone. Diese seltsame Truppe muss gefilmt werden. Dann auch ganze Familien auf dem Mopped. Mann, Frau mit wehenden Tschador, zwei bis drei Kinder. Auf dem Seitenstreifen. Sicherheit ist völlig überbewertet. In Südamerika war die gleich Szenerie, nur waren die Frauen nicht mit Tschador verschleiert. Auch dort fuhr man ohne Helm, und als Schutzkleidung hatte man Shorts und FlipFlops an. "Allah sei mit Euch" ...

Bild (c) 2019 Peter Martin
Dorfjugend



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