Iran Cruise 2019



Schiras


3. Tag: Schiras

Heute geht es von Schiras zum antiken Persepolis. Nach einer Busfahrt zeigt uns unsere Guide*in Bithad die Antike Stätte. Darius I. lies nach seiner Thronbesteigung im Jahre 522 v.Chr. zu Füßen des Berges der Barmherzigkeit eine Terasse von ca. 200 x 300 Metern aus dem Fels herausarbeiten. Die Residenz, heute "Takht-e Jamshid" (Thron des Jamshid) genannt, sollte alle bisherigen Residenzen der Achämeniden in den Schatten stellen. Unter Darius entstanden eine Empfangshalle, ein Schatzhaus und ein privater Wohnpalast. Die Residenz wurde durch die besten Handwerker des Reiches gebaut. Nach Darius wurde die Anlage unter den Nachfolgern Xerxes I. und Artaxerxes I. erweitert. Das Ende der Anlage kam 330 v.Chr., als Alexander der Große die Palastanlage plünderte und anzünden lies. Nach dem Historiker Plutarch benötigte man 10.000 Maultiere und 5.000 Kamele, um die Reichsschatz abzutransportieren.

Bild (c) 2019 Peter Martin
Persepolis


Die bis zu 18 Meter hohe Plattform erreicht man über eine Freitreppe, die sogar von Pferden genutzt werden konnte. Duch das "Tor der Länder", an dem Besucher empfangen wurden, geht es über mehrere Prachtstrassen zum 70 x 70 Meter großen "Hundert-Säulen-Saal". Die Säulen stützten eine Decke aus Zedernholz. Das Gebäude diente zum Empfang von Gesandschaften anderer Völker. Ein weiterer wichtiger Saal ist auf einer 3 Meter höheren Steinterasse errichtet, der quadratische "Apadana" mit Platz für bis zu 10.000 Menschen. Sehr schön erhalten sind die Steinreliefs "Delegation der Völkerschaften" und einige der bis zu 20 Meter hohen Säulen. Oberhalb der Anlage liegt in 40 Metern Höhe die Grabkammer von Artaxerxes II., von der man einen Überblick über die Palastanlage hat (siehe Panorama).

Bild (c) 2019 Peter Martin
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Nach Persepolis ging es noch nach "Naqsh-e Rostam", eine altpersische Nekropole ähnlich dem Tal der Könige. In der ca. 30 Meter hohen, senkrechten Felswand sind die Gräber von Darius I., Xerxes I., Artaxerxes I. und Darius II. Unterhalb der Grabkammern sind acht Reliefbilder in den Fels geschlagen worden. Auf dem Gelände steht weiterhin ein Turm mit 12,5 Meter Höhe, dessen Zweck heute unbekannt ist.

Bild (c) 2019 Peter Martin
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4. Tag (Fahrtag) Schiras nach Yazd

Am Strassenrand das eine oder andere Plakat mit Ruhollah Khomeini mit Sprüchen ala "Vorwärts immer - Rückwärts nimmer" in persischer Schrift, mit Blumen hinterlegt. Wie damals in der DDR. In vielen Orten hängen verblichene Bilder der Märtyrer des 1. Golfkriegs (Iran-Irak 1980-1988) am Strassenrand. Heutige Bilanz: 580 km. 2 totgefahrene Schafe am Straßenrand. Keine Strassenhunde. Mindestens 100 mal gefilmt und fotografiert worden, die Polizeiposten unterwegs sind auch ganz vorn dabei. Zwei mal Radarkontrolle (Polizeiauto steht weithin sichtbar auf kleinen Hügeln am Strassenrand) mit Laserpistole. Viele Mercedes Rundhauber Typ 1921, 1924, 2624, 2621, und weitere Modelle.

Bild (c) 2019 Peter Martin
Mercedes Rundhauber

Auf den langweiligen Autobahnabschnitten habe ich die persischen Zahlen vom Verkehrszeichen abgelesen und gelernt. Viele Kraftfahrer sind beim Fahren mit dem Smartphone oder mit Essen oder beidem beschäftigt. Das Rumeiern fällt aber bei dem Fahrstil sowieso nicht auf. Gefahren und Überholt wird überall. Rechts und Links und Standspur. Und meist gibt es sowieso keine Gekennzeichneten Fahrstreifen ... und wenn doch, gelten sie maximal als Empfehlung. Und für ein Motorrad bleibt häufig eine Lücke. Nur bei unseren Maschinen fehlen noch ein paar PS für das schnelle durchschlüpfen. Gefahren wird so, wie ich es aus Peru gewohnt bin, aber ohne das nervige Hupen. Deshalb die Regeln: (1) Immer mitschwimmen im Verkehr. (2) Keine Rücksicht. (3) Nicht nach hinten gucken. (4) Nicht bremsen.


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© 2019 Peter Martin | Paderborn | Germany